Widerstand und Widerstandsarten beim Rollentrainer

Braucht man einen Widerstand beim Rollentrainer? Wenn ja, worauf muss man achten, wenn man sich einen Rollentrainer zulegen möchte? Diese und noch ein paar weitere Fragen werden im folgenden Beitrag beantwortet.

Als Einsteiger erhalte ich einen Überblick über die Funktion des Widerstands beim Trainingsgerät. Als Fortgeschrittener weiß ich anschließend, welche Widerstandsart für mich und mein Training von Vorteil ist.

Was bedeutet der Widerstand für mich?

Der Widerstand der Rolle hat einige Auswirkungen auf das Training zu Hause. Damit stellt die Art des Widerstands auch einen entscheidenden Faktor zur Wahl des Trainers dar.

Wer ein realistisches Fahrerlebnis genießen möchte, muss auf eine gute Spezifikation des Gerätes, und damit auch des Widerstands, zurückgreifen. Klar zahlt man dann schon etwas mehr, als für eine Rolle ohne jegliches Fahrerlebnis.

Wenn ein Widerstand im Trainingsgerät eingebaut ist, kann man diesen meist in verschiedenen Stufen regeln. Das geht je nach Modell entweder direkt an der Bremseinheit, per Hebel am Lenker über einen Bowdenzug oder per App-Steuerung mit drahtloser Übertragung.

Welche Widerstandsarten gibt es?

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Widerstandsarten mit Darstellung von Vor- und Nachteilen.

Kein Widerstand hat auch einen einstellbaren Widerstand in geringem Maße

Manche Modelle haben keinen am Gerät einstellbaren Widerstand. Das ist vor allem bei der freien Rolle der Fall oder bei sehr einfachen günstigen klassischen Rollentrainern ohne eine Schwungmasse.

Dennoch kann der Widerstand sehr einfach über die Schaltung eingestellt werden. Mit höherer Geschwindigkeit ergibt sich automatisch ein stärkerer Widerstand. Dies ist dadurch bedingt, dass das Laufrad auch eine Schwungmasse hat sowie einen, wenn auch sehr geringen, Luftwiderstand. Der sich ergebende Widerstand ist aber so klein, dass man bei normalem bis gutem Trainingsstand den Schwierigkeitsgrad nur mit der Trittfrequenz anpassen kann. Modelle ohne einen Widerstand werden daher meist zum Trittfrequenztraining genutzt.

Luftwiderstand

Der ursprüngliche Widerstand der Wahl wird heute nur noch selten verwendet. Ein Luftwiderstand wird durch ein Flügelrad erzeugt. Bedingt durch die Bauart gibt es meist keine Möglichkeit den Widerstand einzustellen. Zudem sind Modelle mit Luftwiderstand extrem laut. Wer ein “Assault Bike” kennt, wie es in Fitness Studios oder bei Crossfit genutzt wird, kennt das Geräusch.

Magnetischer Widerstand

Der magnetische Widerstand ist dadurch bedingt, dass eine Metallplatte im Magnetfeld rotiert. Je nach Gleichmäßigkeit des Magnetfeldes ergibt sich dadurch ein recht gutes Fahrgefühl. Die Einstellung der Magnetbremse erfolgt direkt an der Bremseinheit oder aber per Kabel am Lenker.

Bei interaktiven Rollentrainern ist eine Einstellung über die App möglich – dann spricht man von einer elektromagnetischen Bremseinheit. Der elektromagnetische Widerstand entspricht prinzipiell dem Magnetwiderstand. Hier benötigt man aber eine externe Stromversorgung, um den Trainer zu nutzen. Nur die wenigsten Modelle können mit Batterie auskommen oder haben einen Generator eingebaut. Der größte Vorteil ist, dass mit elektromagnetischer Bremseinheit ein Training mit Virtual Reality durchgeführt werden kann.

Die Stärke der Bremseinheit wird zusätzlich über die Geschwindigkeit beeinflusst. Wenn man schneller fährt, wird ein höherer Stromfluss in der Magnetbremse erzeugt und dadurch ist der Widerstand größer. Ein Problem dabei kann die Erhitzung der Bremseinheit darstellen. Dies wird bei teureren Modellen über eine Belüftung umgangen. Bei günstigeren Modellen sollte man nach Benutzung warten, bevor man sich die Finger verbrennt.

Fluid Widerstand

Die Geräte mit einem Fluidwiderstand oder Strömungswiderstand sind vom Prinzip einem Luftwiderstand recht ähnlich. Der Widerstand wird durch die Bewegung eines Rotors, jetzt im Fluid statt in der Luft, erzeugt. Als Fluid wird meist eine bestimmte Sorte Öl genutzt.

Von Vorteil für den Strömungswiderstand ist das angenehmere und leisere Fahren im Vergleich zum Magnetwiderstand. Dies macht sich aber meist erst bemerkbar, wenn man einen Rollentrainer mit Direktantrieb nutzt. Allerdings sind diese Modelle meist etwas teurer. Zudem kann das Problem eines Lecks auftreten.

Mit höherer Geschwindigkeit wird beim Fluid auch der Widerstand höher, so dass man auch über die Schaltung am Fahrrad die Schwierigkeit einstellen kann.

Fazit

Welche Widerstandsart man bevorzugt hängt natürlich sehr stark vom Anwenderprofil ab. Hier ein paar Beispielanwender, die natürlich nicht alle möglichen Profile abdecken.

Wer als Fortgeschrittener Radsportler vor allem ein Trittfrequenztraining durchführen möchte und eigentlich keinen Widerstand benötigt, ist mit der freien Rolle am besten bedient.

Wer sich einfach aufwärmen oder auspowern möchte, während das Trainingsgerät in der Garage steht, kann im Prinzip auf jede Widerstandsart zurückgreifen. Dann stellt die Lautstärke kein Hindernis dar und man kann sich selbst noch für ein Gerät mit Luftwiderstand entscheiden – wenn man denn noch eines findet.

Der durchschnittliche Nutzer, der nicht zu viel Geld ausgeben möchte, wird sich wahrscheinlich für einen Magnetwiderstand entscheiden, der im Schweregrad einstellbar ist. Mit Fokus auf Virtual Training kann der elektromagnetische Widerstand genutzt werden.

Und wer in Richtung High End Modelle schielt und ein gutes Fahrgefühl bei wenig Geräuschkulisse erleben möchte, greift zum Fluidwiderstand beim Rollentrainer mit Direktantrieb.